Ostseetherme Usedom


Sehenswertes im Seebad Zempin

Orts- und Naturlehrpfad

Neun Kilometer ist er lang - der mit vielen informativen Tafeln mit Arbeiten von ansässigen Malern, Fotografen und Schriftstellern gesäumte Orts- und Naturlehrpfad im Seebad Zempin. Am Fremdenverkehrsamt beginnend, führt er an allen markanten Orts- und Naturmerkmalen Zempins vorbei und stellt dabei nicht nur die natürlichen Besonderheiten des Seebades vor, sondern auch die Geschichte Zempins. Außerdem gibt es auf dem Orts- und Naturlehrpfad auch jede Menge interessante Informationen über die Einwohner dieses ebenso kleinen wie interessanten Seebades.

Eiche am Achterwasser

Zwischen Zempin und Zinnowitz gab es einst ausgedehnte Eichenwälder. Noch heute zeugt die rund 350 Jahre alte Eiche am Zempiner Angelhafen von jenen Zeiten: Das prächtige Naturdenkmal thront am Achterwasser mit einem Stammumfang  von stolzen 4,3 Metern gen Himmel.

Uns olle Schaul

Das Heimat- und Vereinshaus "Uns olle Schaul" erzählt noch heute von den alten Fischereitraditionen in Zempin. Hier sind 30 selbstgefertigte Schiffsmodelle des Zempiner Fischers Konrad Tiefert ausgestellt, während sich die Ausstellung "Alter Kaufmannsladen" in einem anderen Klassenraum dieser bis 2000 betriebenen Schule alten DDR-Produkten widmet.

Atelier des Kunstmalers Kurz-Heinz Sieger

Kurt-Heinz Sieger, einer der bekanntesten Maler der Insel Usedom, ließ sich 1980 gemeinsam mit seiner Frau auf der Insel nieder. In einer selbstgewählten Isolation wandte er sich hier seinem liebsten Sujet zu: dem Akt. Dabei entstand eine umfangreiche Gruppe von kleinformatigen Tafelbildern in Mischtechnik, in denen er seine Beobachtungen der Menschen an den Usedomer FKK-Stränden umsetzte. Siegers große Ölmalereien wichen aus gesundheitlichen Gründen den kleinformatigen Pastellen - zumeist Landschaftsbilder. Noch heute erinnert das Atelier in Zempin an den Kunstmaler, der 2002 auf der Insel starb.

Traditionelle Rohrdachhäuser

Zwischen salzig und süß, zwischen den salzigen Wellen der Ostsee und dem süßen Wogen des Achterwassers ist das einstige Fischer- und Bauerndorf Zempin gelegen. Seinen Ursprung hat der Ort jedoch am Achterwasser. Noch heute säumen über 40 Häuser mit traditionellen Rohrdächern die Peenestraße, Rieckstraße, Fischerstraße und Dorfstraße. Vor vielen Jahren aus den alten Fischerkaten entstanden, verleihen sie dem Seebad noch immer den bezaubernden Charme eines einstigen Fischerortes.

Alte Fischräucherei

Als die Fischerei auf Usedom noch Hauptwirtschaftszweig war, wurde der frisch vor der Usedomer Ostseeküste und im Achterwasser gefangene Fisch täglich mit der Eisenbahn von Usedom nach Berlin gebracht, wo dann auch die Hauptstädter in den Genuss von frischem Usedomer Fisch kamen. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges gab es in Zempin sechs Fisch verarbeitende Betriebe- Selbst wenn die Bedeutung der Fischerei in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich abgenommen hat, gibt es noch heute alte Fischräuchereien, in denen der fangfrische Fisch geräuchert und anschließend in den nahe liegenden Restaurants angeboten wird - so auch in Zempin. Hier widmen sich zwei Familien diesem traditionellen Gewerbe. Ein Geheimtipp unter Fischliebhabern ist das Traditionslokal "Taun Fischer un sin Fru".

Atelier Otto Niemeyer-Holstein

Atelier Otto Niemeyer-Holstein"… und der Strand ist meine große Geliebte", hat der berühmte Maler Otto Niemeyer-Holstein einst gesagt und fügte schelmisch hinzu, dass seine Frau schon eifersüchtig sei, weil er immer und immer wieder von seinem Wohnhaus in Lüttenort über den Deich bis zum Strand spazierte, wo er seine Gedanken in der Weite der Ostsee schweifen ließ und neue Inspirationen für seine Bilder fand.

In den frühen 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts legte Niemeyer-Holstein mit seinem Segelboot, das er liebevoll den "Lütten" nannte, an der schmalsten Stelle der Insel Usedom an. Sein "Lütter" gab dem Ort, in dem sich einer der bekanntesten Künstler im Nordosten Deutschlands zugleich auch seinen ganz persönlichen Rückzugsort und damit zugleich auch eine Wahlheimat schuf, auch seinen Namen.  Niemeyer-Holstein kaufte für sich, seine Frau Annelise und seinen Sohn aus erster Ehe eine kleine Brache und lebte mit seiner kleinen Familie in einem ausrangierten S-Bahn-Wagen, den er später mit weiteren Gebäuden umbaut hat.

Dem Wunsch Otto Niemeyer-Holsteins folgend, ist seine Wohn- und Arbeitsstätte so erhalten geblieben wie er sie verlassen hat. Noch heute bestaunen tagaus, tagein Urlauber und Einheimische sein Atelier mit der unvollendeten Arbeit auf der Staffelei. Es scheint, als hätte Niemeyer die Pinsel nur kurz abgelegt, um nach einem Spaziergang weiter zu malen. Niemeyers Anwesen erinnert mit seiner außergewöhnlichen Architektur und der Anlage des Gartens an ein einziges Kunstwerk. In der Galerie zeugen die Bilder an der Wand von dem künstlerische Leben Niemeyer-Holsteins, dessen Geist noch heute über Lüttenort zu schweben scheint.



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