Seebad Zempin
Im kleinsten Seebad der Insel Usedom sehen Urlauber und Einheimische den Fischern noch heute bei der Arbeit zu: Vor allem am kleinen Hafen im Achterwasser legen die Fischerboote tagaus, tagein ab.
Das Flair des urigen Fischerortes ist bis heute in Zempin erhalten geblieben. Allein die Zempiner Salzhütten erinnern noch an längst vergangene Zeiten, in denen die Fischerei noch Hauptwirtschaftszweig auf der Insel war. In den 1880er Jahren erbaut, dienten sie ursprünglich der Lagerung von Salz, um den frisch vor der Küste gefangenen Hering haltbar zu machen. Dieser Tage werden die weit über die Ländergrenzen hinaus bekannten Salzhütten von den Fischern als Materiallager genutzt.
Heute ist die Fischerei in Zempin zwar nicht mehr so bedeutungsvoll wie sie einst war, aber der Fisch spielt gestern wie heute eine entscheidende Rolle: Auch dieser Tage werden die in der Ostsee sowie im Achterwasser gefangenen Heringe, Barsche und Zander noch in Zempin geräuchert und in einigen Restaurants frisch zubereitet angeboten.
Und nach dem leckeren Mittag oder Abendessen? Unweit von Zempin liegt die schmalste Stelle der Insel Usedom: In "Lüttenort" trennen nur 330 Meter den feinen, weißen Usedomer Sandstrand vom Usedomer Achterwasser. Unweit des Forthauses Damerow erinnert noch heute ein Gedenkstein an die schwere Sturmflug vom Februar 1874, als das Wasser den Damm brach und die Insel in zwei Hälften zerlegte. Es war letztlich der Hilfe der Zempiner und Koserower Bevölkerung zu verdanken, dass die Lücke wieder verschlossen und die Insel wieder geeint werden konnte. Und obwohl das salzige Wasser der Ostsee nur wenige Gehminuten vom süßen Duft des Achterwassers entfernt liegt, gibt es dazwischen einen Ort, den man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte: Das Museum Atelier Otto Niemeyer Holstein vereint das seit 1933 historisch gewachsene Ensemble von Wohnhaus, Atelier und Garten des Malers Otto Niemeyer Holstein mit der 2001 neu eröffneten Galerie. Nirgends auf Usedom begegnen sich Architektur, Kunst und Natur auf so besondere Weise wie im Atelier des 1984 in Koserow verstorbenen Künstlers. Niemeyer-Holstein ging als einer der bedeutendsten Maler in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in die Geschichte ein.







